Projekt - Status

Diese Bilder der isländischen 'Shooting-Stars' sind nicht in einem Fotoshop entstanden oder sind gar aus Plüsch, es waren lebendige Tiere und finden überall wo sich Touristen tummeln, ihren letzten Platz. In Restaurants, in Museen, in Andenken-Shops auf der Einkaufsmeile.... Rest in Peace ist so wohl kaum möglich. Dieses Shirt in einem Souvenirshop hätte ich zu Hause, auf eine andere Situation bezogen, möglicherweise lustig gefunden - hier nicht! Im Gegenteil, als meine Hand gedankenverloren über angebotene Eisbärenfelle glitt, habe ich geweint. 

Es ist nicht so, dass man sich der Eisbären-Problematik in Island nicht stellt: Es wurde im >Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen< schon vor Jahren eine Arbeitsgruppe für Eisbären gebildet, die die Tötung der Tiere aber lediglich mit drei Punkten begründet:

1. Eisbären sind gefährliche Raubtiere.

Stimmt - aber überall in der Welt werden täglich wilde Tiere betäubt und umgesiedelt.

Das geht auch mit Eisbären!

2. Die Kosten.

Dieses Land ist extrem teuer und nur zum Vergleich: eine Pizza kostet ungefähr zwanzig Euro. Das ist jedem der sechstausend täglichen Kreuzfahrt-Touristen der Stadt bewusst und - egal. So frage ich dich: Wie viel Mehrwert hat für einen Touristen, ein unvergessliches Eisbären-Event eine Auffangstation zu besuchen, gegenüber einer Fastfood-Mahlzeit? 

3. Eisbären sind keine bedrohte Tierart.

Das ist falsch. Untersuchungen ergaben, dass die Population in Folge der Klimaentwicklung und des Lärms (Abbau von Bodenschätzen) weiterhin drastisch sinken wird. Es gibt nur noch knapp 25.000 Tiere weltweit.

  

Der Eisbär hat zu Recht einen Platz auf der internationalen roten Liste.

 

Hier siehst du das Rathaus. Ich freue mich, gleich meine Verabredung mit Mr.Hertavig, dem Head of Property Management of Reykjavik wahrnehmen zu können.

Aber ich bin natürlich nicht hier, um mich protestierender Weise vor einen Gewehrlauf zu stellen, ich möchte verhandeln und mein Ziel ist es, dieses Projekt auf freundschaftliche deutsch-isländische, weiße Pranken zu stellen.

Um an Gewohnheiten oder Situationen etwas zu ändern, bedarf es die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Trifft sie auf Engagement, das aus dem Herzen spricht, kann eigentlich nur Gutes dabei herauskommen. Und genau das ist der Grundstein dieses Projektes.

 

Ein isländisches Fleckchen Erde plus deutsche Bücher: 

Nun braucht es nur noch Dich und viele, viele weitere - lesbare - Steine um für unsere Eisbären ein neues zu Hause zu schaffen. 

 

 

Ég þakka þér kærlega, Þangað til næst.

Ich bedanke mich recht herzlich, bis nächstes Mal. 


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