Steffis Klimaschutz - Tipps

Auf jede Aktion folgt eine Reaktion- das ist ein Naturgesetz. Erwärmen wir weiterhin unser Klima in diesem Tempo, werden sich die Schäden ebenfalls sehr schnell potenzieren. Wir sollten also die Stellschraube >CO2< möglichst schnell herunterregeln. Auf diesem Reiter möchte ich dir aufzeigen, wie Klimaschutz sich ganz einfach in den Alltag integrieren lässt. Da du eingespartes CO2 ja selbst nicht merkst, wandeln wir es hier einfach in gesparte Euros um. Das merkst du auf jeden Fall in deinem Geldbeutel. Versprochen. Diese Klimaschutz-Tipps sind recht trocken und nicht als Leseprobe meines Buches zu werten. Betrachte es also einfach als meine Vita, denn ich lebe Umweltschutz.

 

Den Start macht das Thema: Altkleider. Sieh sie nicht mehr als solche, sondern als Rohstoff. Du hast deine Kleidung/Bettwäsche/Handtücher/Tischwäsche allesamt bezahlt, sie wurden für dich durch die halbe Welt transportiert, du hast sie oft gewaschen und in den Trockner gesteckt und sogar mehrfach versteuert. All das hat einen Haufen CO2 verursacht. Und jetzt willst du sie wegwerfen, damit sie wieder durch die andere halbe Welt kutschiert und neu verarbeitet werden um als Polster in deinem Auto zu landen? Nein- du kannst auch selbst etwas daraus machen.

Um diese neue Lebenseinstellung umzusetzen, benötigst du lediglich eine Nähmaschine und ein kleines Sortiment Garn. Nähmaschinen gibt es schon ab 59.-Euro. Eine Investition die sich schon sehr bald amotisiert hat. Beginne mit ein paar einfachen Sofakissen, zugeschnitten aus einem Oberhemd an dem der Kragen verbraucht ist. Der Rest ist noch gut. Benutze es. Genauso wie die Jeans, an dem nur der Reißverschluss defekt ist. Die Hosenbeine? Haben jede Menge Baumwollstoff für einen Türstopper oder eine Picknick-Decke. Du hast eine erfolgreiche Diät hinter dir? Mach deine Kleidung kleiner. Oder du bekommst die Flecken auf der Bluse nicht mehr heraus? Verstaue sie in deinem neu angelegten Lager, die Seide ist zu wertvoll um sie wegzuwerfen. Nähe eine kleine Tischdecke daraus. Mit einem Nähkurs wirst du vom Einsteiger schnell zum geübten Klimaschützer. Es gibt viele Möglichkeiten gebrauchte Stoffe, die in seinem Ursprung nicht mehr dienlich sind, umzugestalten. Von der Geschenkverpackung bis zur Patchwork-Decke, es geht fast alles. Sei einfach kreativ. In meinem Eisbären-Shop biete ich dir bunte Upcycling-Teppiche an, eine weitere Möglichkeit Altmaterial ein neue Leben einzuhauchen, und mit dem Erlös dieses Projekt zu unterstützen.  

 

Wenden wir uns einem großem Einsparungspotential zu: Lebensmittel. Ich habe keinen grünen Daumen, jedoch einen recht großen Garten - mit Marschland-Boden. Nicht gerade eine Hochburg für Gemüse-Züchter. Dennoch trotze ich ihm Jahr für Jahr ca. vier Einkaufswagen voll eigene Ernte ab. Ich pflanzte pflegeleichte Zwergen-Obstbäume aller Art sowie diverse Beeren-Büsche. Das ist ein wahrer Geheimtipp: Beeren wachsen wirklich überall und brauchen Null Pflege. Eine Pflanze kostet zwischen 7 und 12 Euro, und stellt jedes Jahr die Grundlage für Marmelade, Rote Grütze und Saft dar. Eingewecktes Obst in Schraub-Gläsern bietet eine gute Ergänzung der Vorräte, denn wer kennt das nicht: Man fährt zum Supermarkt wegen einem Glas Kirschen nur weil Oma sich zum Kuchenessen angesagt hat oder du hast kein Apfelmus und dein Kind möchte unbedingt jetzt einen Pfannkuchen. Diese Autotouren sind unnötig. Weintrauben wachsen übrigens sogar bei uns in Norddeutschland. Der Saft verringert den Appetit auf importierte Früchte - und schon hast du CO2 eingespart.

Du wohnst in der Stadt und hast nur einen kleinen Balkon? Es gibt etliches Gemüse, das auch in Kübeln wächst. Cocktail-Tomaten sind sehr ergiebig. Oder hast du überhaupt keine Möglichkeit zur Freiluft-Gärtnerei? Du kannst trotzdem etwas tun: Kräuter und Zwiebeln wachsen auf dem Fensterbrett.

Fazit: Alles was du nicht heranschleppen musst und was nicht im Gewächshaus wächst, spart CO2 und- natürlich auch Geld. Probier es aus - die ersten grünen Triebe können dein Durchbruch zum Umdenken sein.  

 

Weiter geht es mit Getränken. Ich will dich nicht bekehren, ausschließlich Leitungswasser zu trinken und über den Vorteil von Mehrweg-Flaschen brauche ich mich auch nicht auszulassen, aber... Lass uns mal eine Tasse Kaffee zusammen trinken. Dieses allseits sehr beliebte Getränk wächst leider nicht bei uns. Laaaange Transportwege hat er bereits hinter sich bevor er in deiner Tasse landet - und den Filter zweimal durchlaufen lassen? Ist Geschmackssache, aber was wirklich nicht sein muss, sind Kaffee-Kapseln aus Aluminium. Um Aluminium zu gewinnen, braucht es nämlich unsagbar viel Energie. Auch diese ganze >To-go< Sache muss nicht immer sein. Werte Kaffee als etwas Besonderes und setze auf deine Zeit und traditionelle Aufbrüh-Methoden, dann ist schon viel gewonnen.

Und was ist mit Tee? Das Gleiche in grün. Oder schwarz, ganz wie du willst. Auch bei dieser kleinen Tasse Auszeit gibt es viel im Vorfeld zu transportieren, du kannst jedoch Teebeutel gut und gerne zweimal benutzen. Das ist nicht kleinlich! Viel mistmachendes Kleinvieh zusammen sind auch schon ein paar Schiffscontainer weniger. 

 

Kochen ist eine Wissenschaft für sich. Bevor ich dir aber mein neues Statement dazu anbiete, bitte ich dich: Verabschiede dich vom Haltbarkeitsdatum- ab heute werden keine Lebensmittel mehr weggeworfen und betrachte weit transportierte Sachen wie Reis und Bananen, trotz günstigen Preises als Delikatesse.

Ich lebe in einem 4-Personen-Haushalt und bin für unsere Verpflegung verantwortlich- und ich hasse es, Lebensmittel wegzuwerfen. Daher bin ich eine >Formwandlerin<. Das kennt jeder, es ist noch etwas vom Vortag über, aber man hat keinen Appetit mehr drauf, oder es reicht nicht für alle. Aber aus Gemüseresten gebackene Waffeln, oder aus Pellkartoffeln eine gezauberte Suppe schmecken dann doch wieder jedem.Im Teig von selbst gebackenem Brot kann vieles verschwinden, und Bratlinge schmecken bei uns auch immer irgendwie anders... Es ist die Kunst der Darreichung, denn wir möchten uns ja schließlich abwechslungsreich ernähren. Die Palette heimischer Produkte ist jedoch so vielfältig, das du jeden Tag etwas anderes auf die Teller bringen kannst, ohne dir Zutaten um den halben Globus einfliegen lassen zu müssen. Sei experimentierfreudig, spare mit Frittierfett- diese großen, goldenen Blöcke im Kühlregal sind reines Palmfett- und überlege dir eine Speisekarte mit Fleischlosen Gerichten. Du hast den Plan selbst in der Hand. Gestalte ihn mit Verstand.   

 

Eigentlich bin ich lieber alleine im Badezimmer aber heute gestatte ich dir einen Blick durchs Schlüsselloch: Vom winzigen Räumchen des Herzens bis hin zum Luxus-Badetempel: Hier drinnen lauert eine große Gefahr durch Microplastik und anderen Öko-Sünden. Der unüberlegte griff zum Duschgel ist ebenso Standard wie Shampoo aus der Plastikflasche. Kosmetika denen Tierversuche zugrunde liegen, befinden sich direkt oberhalb von partikelverlierenden, schmutzigen Fleece-Klamotten und runden das Horror-Szenario noch aufs Feinste ab. Aber es gibt viele Alternativen, wähle sie!

Verwende Bürsten aus Holz für Zähne und Haare, selbstgemachte Zahnpasta, Seife statt Duschgel und Shampoo aus Küchenprodukten oder Haarseifen. Anleitungen dazu findest du haufenweise im Internet. Das man zum Wäschewaschen keinen Weichspüler braucht, finde ich eigentlich selbstverständlich, aber vielleicht musst du noch einmal explizit darauf hingewiesen werden: Weichspüler sind scheiße - brauchst du nicht! Genauso wenig wie Deos aus Alu-Sprühdosen. Gönn' dir ein oder zwei tolle Parfums in schönen Flakons mit Pump-Spender, die sind um das Vielfache ergiebiger und du sparst enorm.

Du siehst, in deinem stillen Örtchen sollte ein Aufschrei hörbar sein: Putz deine Kacheln mit Essig und Backpulver und bitte, warum muss das Klo nach Zitronen-Chemie duften? Wenn es nicht duftet und ganz neutral sauber ist, ist das doch völlig okay. Setzt dich mit deinen Badezimmerartikeln auseinander, nicht alles was in der Werbung glänzt, glänzt auch in der Umwelt. Aber das Wichtigste an dieser Lektion ist, dass du in den chemiefrei-geputzten Spiegel sehen kannst und dir sagst: "Heute ist ein toller Tag, ich werde die Welt retten und mit meinem Bad fange ich an...oder nein, ich nehm' doch lieber die Dusche!"

Siehst? Geht doch und ist alles sogar ganz easy-running ... 

 

Dieser Tipp liegt fern und doch so nah: Das unsere Ozeane zur Plastik-Müllkippe mutiert sind, weiß mittlerweile jeder. Dennoch greife ich es auf: Auch wenn du deinen Urlaub nicht am Meer verbringst, dieses Problem fängt direkt vor jeder Haustür an. Es sind nicht nur die südlichen Länder, die ihre Abfallproblematik nicht im griff haben, nein, schau auf deinem Spaziergang mal unter Büsche und Hecken. Überall liegt Müll verstreut und all dieser nicht vergammelnde Unrat landet erst im Graben, dann im Fluss schließlich im Meer- und was dort angekommen ist, bleibt da auch. Ich möchte dich daher bitten, sei achtsam mit dem Geschenk welches du für Mutter Natur aussuchst. Sie kann es nicht umtauschen, sie muss damit leben. Und ganz ehrlich? Welche Mutter freut sich schon über leere Verpackungen, und das auch noch Einweg?  

 

Hat dich die vegane Welle auch schon erreicht? Alternativen zu Fleisch und Tierprodukten findest du mittlerweile überall. Aber hast du dich schon einmal gefragt, warum die Auswahl im Joghurt-Regal nicht schrumpft, obwohl du doch Anti-Plastik eingestellt bist, Milchprodukte verschmähst und dass du mit dieser Einstellung ja offensichtlich auch nicht alleine dastehst? Vielleicht liegt das daran, dass noch nicht genug Mitmenschen angefangen haben, einfach selbst Pudding zu kochen und kleine Desserts selbst in Gläser zu füllen und mit Keksen, Müsli und Co zu bestreuen. Die Grundzutaten sind jedem selbst überlassen, egal ob mit tierischer oder pflanzlicher Milch, aber eines haben sie gemeinsam: Diese kleinen, süßen Sünden lassen den Plastik-Pinguin schnell Milchschlitten fahren...

 

Internet-Bestellungen sind aus unserer modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Das ist fakt. Auch mein Buch ist natürlich Online zu ordern. Was aber wirklich eine Überlegung wert ist, sind Bestellungen im Low-Level-Bereich aus weit entfernten Teilen der Welt. Ballkleider um zehn Euro herum, lassen deine Träume schon kurz nach dem öffnen des Paketes zu dem Stoff werden, aus dem sie gemacht sind: ein durchsichtiges Nichts. Schuhe, die zu hoher Wahrscheinlichkeit nicht passen, lassen deine Enttäuschung schnell wachsen und Schnick-Schnack wurde wahrscheinlich eh nur schön geknipst. Die Ernüchterung kommt sehr schnell, nachdem du das Rückporto mit dem Warenwert verglichen hast, und irgendwie hast du dir das alles etwas anders vorgestellt? Hmmm,.... und zu deinem Frust kommt jetzt auch noch das schlechte Gewissen, denn du weißt ja eigentlich, dass Transporte jeglicher Art viel Brennstoff benötigen. Dumm gelaufen, aber ich habe ein Trösterli für dich denn du bist schon abgestraft genug durch dein negatives Shopping-Erlebnis: Dein Kleid liefert dir sehr viel Stoff. Mach etwas daraus wie oben beschrieben. Luftige Kräuter-Duftkissen, eine seidiges Täschchen, Dekokissen...oder doch lieber Gardinen? Wenn deiner Freundin die Schuhe auch nicht passen, pflanze im schlimmsten Fall Blumen hinein. Locker über eine Gartenstuhl-Lehne gehängt, machen sie dir und den Bienen wenigstens noch etwas Freude.

 

Du möchtest noch mehr Klimaschutz-Tipps? Oh,... dann wäre jetzt wohl der richtige Zeitpunkt, dich noch einmal mit aller Freundlichkeit auf mein Buch hinzuweisen....